Afghanischer Windhund ist eine von der FCI anerkannte Hunderasse mit Herkunft aus Afghanistan, Pakistan und dem Iran. Das Patronat liegt allerdings bei Großbritannien. Sie gelten als typisch große und von der Erscheinung imposant auftretende Windhundrasse. Der Afghanischer Windhund oder nur kurz der Afghane, Kabul-Hund oder Tazi (wohl von der aus sehr wahrscheinlichen Verwandschaft zum südrussischen Hund Tasy of Russia) genannt, hat seinen Ursprung – wie der Name bereits verrät – in Afghanistan. Diese Rasse ist einer der ursprünglichsten Windhundrassen aus der Gebirgsregion des Hindukusch und wird in seiner Heimat als Nationalhund verehrt. Er verfügt über eine anmutende und fast majestätische Ausstrahlung. Diese verdankt er wohl unter anderem seinen langen Haaren, dem stolzen Blick seiner Augen sowie dem orientalischen Ausdruck. Man sollte sich bewusst sein, dass ein Afghanischer Windhund immer ein Jagdhund bleiben wird. Wer sich für den Afghanen entscheidet, sollte sehr sportlich und erfahren mit Hunden sein. Weltweit gehört der Afghane wohl zu den beliebtesten Windhunden.

afghanischer-windhund

Allgemein:

Widerristhöhe Rüde:

68–74 cm

Widerristhöhe Hündinnen:

62 – 69 cm

Gewicht: Rüde:

26–34 kg

Gewicht Hündinnen:

22–27 kg

Lebenserwartung:

10 – 14 Jahre

Farbe:

Schwarz, Rot, Creme, black and tan, silver, Blau und unterschiedliches Brindle

Herkunft / Ursprungsland:

Afghanistan, Pakistan, Iran
Patronat Großbritannien

Geschätzte Züchterpreise ab:

1200 – 2000 €

Attribute:

Früher geeignet als:

Jagdhund, Hütehund

Heute geeignet als:

Sporthund, Ausstellungshund, Jagdhund, Hütehund

Erscheinungsbild der Rasse:

Sie gelten als typisch große und von der Erscheinung anmutig fast majestätisch auftretende Windhunderasse mit verhältismäßig langen Haaren. Ihre Ausstrahlung gibt den gesamten Stolz fernöstlicher Kulturen wieder. Die Ohren und Läufe sind besonders stark behaart.

Wesen / Charakter:

Der Afghane hat ein enormes Laufbedürfnis und ein ausgeprägtes Windhund artiges Jagdtriebverhalten. Der Hetztrieb kann leicht geweckt werden. Sehr anspruchsvolles, stolzes und würdevolles Tier mit einem starken Drang zur Durchsetzung seines Willens, was die Trainierbarkeit nicht einfach gestaltet. In seiner Heimat gilt er als Einzelgänger was ihn eine große Unabhängigkeit vom Menschen erzeugt hat. Ein guter Wachhund; selbstbewusst, manchmal eigensinnig und unabhängige Wesen mit einem lebhaften Temperament. Gleichzeitig aber auch sehr sanfte, sensible und treue Eigenschaften. Manchmal ist der Afghanische Windhund Fremden unaufgeschloßen. Spielt am liebsten mit eigenen Artgenoßen.

Erziehung:

Die Bereitstellung zur Unterordnung ist in seinen Genen wenig vorhanden. Eine Erziehung muss konsequent und so früh wie möglich begonnen werden. Zeitgleich gilt ein Afghanischer Windhund als äußerst sensibel. Wer zu viel Autorität bzw. Druck auf den Hund bei der Erziehung aufbaut darf sich nicht wundern wenn er ihm den Rücken kehrt. Kommt nur für erfahrene Hundebesitzer mit Zeit in Betracht. Ein Afghanischer Windhund hat seine “Sturm und Drangphase” meistens bis zum zweiten Lebensjahr und wird anschließend ruhiger.

Pflege:

Es wird empfohlen, den Afghanischen Windhund aufgrund seines langen und üppigen Felles einmal täglich zu pflegen, um Verfilzungen zu verhindern. Einmal wöchentlich gründlich ausbürsten und bei sehr schmutzigem Haar bei Bedarf den Hund gleich baden, da es sonst leicht beschädigt wird oder sogar abbrechen kann. Alle zwei bis vier Wochen sollte der Hund immer gebadet werden. Die „Frisur“ des Hundes soll nicht von Menschenhand nachgearbeitet werden. Es soll so fallen wie die Natur es vorgibt. Der Afghane haart sehr wenig obwohl die Optik seines Felles etwas anderes vermuten lässt.

Haltungsanspruch:

Ein Afghanischer Windhund benötigt sehr viel Auslauf. Daher ist er nur sehr sportlichen und aktiven Menschen zu empfehlen, die bereits über viel Erfahrung mit Hunden und dessen Erziehung verfügen. Gut geeignet ist der Afghane auch für den Radweg oder für Langstreckenläufer. Ohne Gartenauslauf wird die Haltung nochmals erschwert bzw. nahezu unmöglich gemacht. In der Stadt ist die Haltung völlig ungeeignet.

Futterbedarf:

Benötigt aufgrund seiner schlanken Körper und hohem Bewegungsfreudigkeit ein energiereiches Futter das zudem nicht dick macht.

Rassetypische Krankheiten:

Vermutlich erblich bedingte Erkrankung genannt Afghanenmyelopathie führt bis zur vollständigen Lähmung des Tieres. Hüftgelenksdysplasie des Hundes, also Fehlentwicklung des Hüftgelenkes. Greyhoundsperre Myoglobinurie nach Hetze oder Sprint mit Folge eines akuten Nierenversagens.

Einreiseverbote / Rasseliste:

Keine Verbote / Einreisebeschränkungen usw. für diese Hunderasse bekannt oder hinterlegt.

Für Hundeallergiker geeignet:

In der Regel ist ein Afghanischer Windhund nicht für Hundeallergiker geeignet.

Wissenswertes:

Geschichte:

Da der Windhund wohl ursprünglich insbesondere in Regionen beheimatet war, die von Nomadenvölkern durchreist wurden und diese kulturbedingt an einem Ort nicht viel hinterliesen, ist über die Aufzeichnung wie Malereien oder ähnliches wenig bekannt. Auch das von Afghanisten in der Vergangenheit durch große Schlachten und Kriege, Plünderungen und Eroberungen unter anderen durch Dschingis Khan, Alexander der Große oder auch Timur i Läng immer wieder Teile der Kulturgeschichte verschwanden trägt zu einer weiteren Vernebelung des Mythos des Afghanischen Windhundes bei. In Afghanistan ist diese Rasse insbesondere bei Nomaden, die in den weiten der Steppen lebten als Jagdhund sehr hoch geschätzt. Teilweise gingen diese Hunde in Kombination mit Menschen und Falken gemeinsam auf die Jagd nach Wildtieren. Im Norden des Landes sollen nach Gerüchten wohl bereits 4000 Jahren v. C. diese oder eine sehr ähnliche Art von Windhunden ansässig gewesen sein. Windhundähnliche Abbildungen wurden ebenso rund 3000 vor Christus in ägyptischen Gewölben entdeckt. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Afghanische Windhund von angehörigen der britischen Armee trotz Exportverbot während dem zweiten Anglo-Afghanischen Krieg, der im Jahre 1878 / 1880 andauerte, nach England geschmuggelt, wo er aufgrund seines Äußeren für sehr viel Aufsehen erregte. Im Jahre 1886 wurde in Bistrol zum ersten Mal eine Hündin auf einer Ausstellung vorgezeigt. Im Jahre 1907 erlangte der Afghanische Rüde Zardin auf der Kennel Club Show in London große Bekanntheit in der Öffentlichkeit. Viele Menschen sahen diese Rasse hier zum ersten Mal und waren von dessen Anmut und exotischen Aussehen fasziniert. Die Zucht wurde im 20. Jahrhundert insbesondere in Großbritannien weiter vorangetrieben. Heutzutage ist diese Hunderasse in Europa insbesondere als Ausstellungshund sehr beliebt.

Weitere Namen / Spitznamen:

Afghane, Kabul-Hund, Tazi

Namen in anderer Sprache:

Englisch: Afghan Hound
Französich: Levrier Afghan
Deutsch: Afghanischer Windhund
Spanisch: Lebrel Afgano

Namensherkunft:

Der Name des Afghanischer Windhund wird vom Herkunftsort “Afghanistan” und der Gruppe der “Windhunde” zusammengesetzt.

Besonderheit / Kurioses:

Zeitweise waren der Afghanischer Windhund im Ursprungsland so kostbar, dass sie mit einem Exportverbot belegt und heimlich außer Landes geschmuggelt wurden. Afghanische Windhunde erreichen kurzzeitig Spitzengeschwindigkeiten von rund 70 kmh! Ein Afghanisches Sprichwort besagt über ihn „schnell wie der Wind, mutig wie ein Löwe und treu bis in den Tod“. Eine arabische Legende besagt, dass Noah diese Hunderasse mit auf seine Arche nahm. In Afghanistan gibt es zwei Arten dieser Rasse. Der langhaarige, reinrassige und höher angesehne lebt in den nördlichen und nordwestlichen Regionen des Landes, wobei der kurzhaarige und etwas weniger angesehne in westlichen und südlichen Gefilden beheimatet ist. In der Heimat werden die Afghanen sehr geschätzt, während andere Hunderassen eher als niedere oder sogar teils als verachtenswerte Lebewesen angesehen werden.

Berühmtheiten:

Keine Afghanischer Windhund Berühmtheiten bekannt!

Zuordnung:

FCI Gruppe:

10 Langhaarige oder befederte Windhunde. Ohne Arbeitsprüfung.

FCI Sektion:

1 Langhaarige oder befederte Windhunde. Ohne Arbeitsprüfung.

FCI Standard:

228

Datum d. endgültigen Anerkennung der Rasse durch die FCI:

12.12.1961

Datum der Publikation des gültigen offiziellen Standards:

13.10.2010

Adressen:

Vereinsadressen:

Deutscher Afgahnen Rassezuchtclub 1988 e.V.
Deutscher Windhundzucht- und Rennverband e.V.

Zuchtadressen:

Noch keine Daten hinterlegt.

Bücher*:

Amazon Suche*:

Fazit:

LERNBEREITSCHAFT - UNWILLIG BIS MOTIVIERT 40Punkte
HALTUNG - EINFACH BIS SCHWER 70Punkte
AUSLAUF - WENIG BIS VIEL 100Punkte
PFLEGE - WENIG BIS VIEL 70Punkte
JAGDTRIEB - NICHT VORHANDEN - AUSGEPRÄGT 90Punkte
FAMILIENHUND - UNGEEIGNET BIS GEEIGNET 60Punkte
SPORTHUND - UNGEEIGNET BIS GEEIGNET 90Punkte
WACHHUND - UNGEEIGNET BIS GEEIGNET 70Punkte
UMGANG MIT KINDER - UNGEEIGNET BIS GEEIGNET 20Punkte
STADTHUND - UNGEEIGNET BIS GEEIGNET 10Punkte

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